Der Weg zur eigenen App

Wenn du heutzutage eine App bauen willst, kannst du dich über eine große Palette an Programmen, Sprachen und Frameworks freuen, welche dir die Entwicklung ermöglichen. Bevor du wie wild beginnst, deine Tastatur zu massakrieren, solltest du dir natürlich über alle Dinge, die die Entwicklung mit sich bringt, Gedanken machen: Verwendungszweck der App, Finanzierung, Design, Testen und so weiter. Dadurch kannst du die Zahl der Möglichkeiten etwas verringern, doch am Ende musst du dich entscheiden, ob du eine Web-App, eine native oder doch lieber eine hybride App bauen möchtest.

Web-Apps

Web-Apps sind keine wirklichen Apps, vielmehr Websites, die sich wie Apps verhalten. Eine solche zu entwickeln ist sicherlich der einfachste und günstigste Weg zur eigenen App, vor allem, wenn du schon Erfahrungen in der Web-Entwicklung (HTML, CSS und JavaScript) hast. So kannst du mit vorhandenen bzw. relativ einfach zu erlernenden Kenntnissen eine Web-App bauen, die zudem noch auf so gut wie allen Geräten unabhängig vom Betriebssystem verfügbar ist, ohne zusätzliche Kosten für Entwickler-Accounts.

Allerdings haben Web-Apps auch ihre Nachteile. Oft genug muss ich mich mit Websites herumärgern, die träge und unzuverlässig reagieren und auch auf Geräten mit niedrigen Bildschirmauflösungen unscharfe Bilder präsentieren. Das größte Übel ist aber die Voraussetzung einer Internet-Verbindung. Es gibt zwar ein paar Möglichkeiten, Inhalte im Cache des Browsers zu sichern, welche aber auf älteren Geräten mitunter nicht unterstützt werden.

Für Neulinge:

Native Apps

Native Apps sind Anwendungen, die an ihre Zielplattform angepasst sind und deshalb in einer auf der Plattform „heimischen“ Sprache geschrieben werden (in der Regel). Dadurch haben sie meistens eine gute Performance und können die Features der Plattform perfekt nutzen.

Die Nachteile der nativen Apps liegen auf der Hand: Für jede Plattform musst du eine separate App entwickeln. Dafür benötigst du dann wiederum Kenntnisse über mehrere Programmiersprachen.

Oder doch nicht? Programme wie Xamarin bieten die Möglichkeit, native Apps für mehrere Plattformen gleichzeitig in einer Sprache zu entwickeln. In Xamarin beispielsweise lassen sich Apps für iOS, Android, Windows und OS X in C# bauen. Diese sind im Vergleich zu hybriden Apps (siehe weiter unten) tatsächlich nativ und nicht webbasiert.

Hier eine kurze Übersicht zu einigen Plattformen, ihren Entwicklungsumgebungen, Sprachen und zusätzlichen Kosten für die Veröffentlichung:

Hybride Apps

Wie du dir sicher schon gedacht hast, sind hybride Apps eine Mischung aus Web-Apps und nativen Anwendungen. Sie werden üblicherweise in HTML, CSS und JavaScript entwickelt, weshalb sie gerade hoch im Kurs stehen, und mithilfe von bestimmten Frameworks zu scheinbar nativen Apps verpackt. Dabei wird diese nicht in native Komponenten der Plattform umgewandelt, sondern in einer gewöhnlichen Web-Ansicht angezeigt. Die Frameworks bieten allerdings auch Zugriff auf Sensoren, die Kamera, Medien, den Speicher und verschiedene Dienste, worauf Web-Apps größtenteils verzichten müssen. Die bekanntesten Frameworks sind Apache Cordova, Adobe PhoneGap und Electron (nur für Desktop-Apps). Darüber hinaus liefern Frameworks, die auf den eben genannten aufbauen, wie Ionic gleich eine Benutzeroberfläche mit, sodass deine Apps auch dort wie native Anwendungen aussehen. Wusstest du, dass in Instagram nur die Titelleiste und die Tab Bar nativ sind?

Vor- und Nachteile von Web-, nativen und hybriden Apps
Vor- und Nachteile von Web-, nativen und hybriden Apps
Johannes Jakob
Johannes Jakob
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Heyho! Ich bin Johannes, 18 Jahre jung und fanatischer Fan von Hard Rock Café-Shirts. Ich baue Apps, gestalte digitale Dinge und bin gern im Grünen unterwegs (aufgrund meines FÖJ).

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2 Antworten zu „Der Weg zur eigenen App

    1. In einer gewissen Weise sehe ich das auch so, weil sich bei vielen (vielleicht sogar den meisten) Web-Apps keine große Mühe gegeben wird. Einige haben schon ein paar Jahre auf dem Buckel, andere wurden (aus meiner Sicht) einfach schlecht entwickelt. Ich habe auch das Gefühl, dass die Benutzererfahrung bei Web-Apps oft keine große Rolle spielt. Es ist aber durchaus möglich, gute Web-Apps zu entwickeln.

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