4K Camcorder für unter 800 € – der Sony FDR-AX33 im Test

Moderne Monitore haben immer mehr Auflösung. Für viele Filmemacher und Hobby-Filmer ist Full HD nicht mehr genug und mehr muss her: 4K. Doch hohe Auflösung hat seinen Preis. Reicht vielleicht doch eine geringere Auflösung?
 Ich habe mir mir den 4K Camcorder FDR-AX33 von Sony näher für Dich angeschaut.

Die Verarbeitung und Ausstattung

Tja. Und da hatte ich ihn in der Hand. Der AX33 ist wider Erwarten recht schwer. Er fühlt sich solide an und macht nicht den Eindruck, dass er in tausend Scherben zerfällt, wenn man den Monitor mal mit Schmackes zurückklappt. Auch die Verschlüsse empfinde ich als wertig. Sie wackeln nicht und machen einen langlebigen Eindruck. Natürlich ist der Camcorder aus Plastik gefertigt.

Der Monitor ist drehbar und bietet ein schönes, helles Bild. Du kannst also bequem über den Monitor filmen und brauchst den ausziehbaren Sucher nicht, auch wenn er bei starkem Licht von hinten wohl seinen Zweck zu erfüllen im Stande ist.
Was sofort auffällt ist natürlich der Bildstabilisator. Und ich rede jetzt noch nicht von den fertigen Aufnahmen. Wenn Du den Camcorder in der Hand hast, spürst Du, wie er arbeitet. Er flottiert innerhalb der Kamera. Ich muss sagen, dass es einen sehr soliden und sicheren Eindruck vermittelt. Er ist das Herzstück des Camcorders.

Aber was wäre eine Kamera ohne Objektiv und Sensor? Als Auge fungiert ein 1 Zoll großer CMOS Sensor hinter einem Vario Sonnar T f1,8. Spitze, wie ich finde. Mit diesem Objektiv, welches man auch manuell ansteuern kann, gelingen Aufnahmen mit toller Tiefenunschärfe. Der Sensor könnte natürlich größer sein. Aber da müsstest Du dann schon etwas tiefer in die Tasche greifen.

Obenauf befindet sich ein Hotshoe-Mount. Dort kann man sony-spezfisches Zubehör installieren oder auch einfach ein normales Videolicht oder Mikrofon. Über einen externen Audio-Eingang verfügt der Camcorder nämlich trotzdem.
Aber auch ohne ein externes Mikrofon ist der Ton grandios. Das hätte ich wirklich nicht erwartet. Das Dolby 5.1 Mikrofon arbeitet hervorragend und beschert einen tollen Raumklang. Ich habe schon des Öfteren ein externes Mikrofon zu Hause gelassen, weil ich den Klang wirklich als gut empfinde. Mal zur Abwechslung, denn dies ist meist bei den internen Mikrofonen nicht der Fall. Da zeigen sich wirklich die Stärken eines Camcorders.

Verbunden werden kann unser Kamerad über WLAN und NFC. So kann man den Camcorder beispielsweise vom Handy aus steuern, was ich amüsant und auch, zumindest in manchen Situationen, nützlich finde.
Ein absoluter Fail ist jedoch die Übertragung des Materials via WLAN oder NFC und die Sony-App auf ein Smartphone oder Tablet. Witzigerweise können genau die Formate nicht übertragen werden, die der Camcorder aufnimmt. Das konnte ich nicht fassen. Ein schon wirklich übler Fehler in meinen Augen.

Auch ist es wie bei einem teuren Auto. Je größer der Motor, desto mehr Folgekosten verursacht die edle Kutsche. Hier ist es nicht anders. Einerseits verbraucht sich der Akku recht schnell bei Aufnahmen in 4K. Aber das ist noch nicht alles. Es werden Speicherkarten Class 10 U3 benötigt. So weit, so gut. Diese müssen jedoch mindestens 64GB Speicher haben. Das konnte mir keiner der Mitarbeiter des Fachgeschäfts, in welchem ich das Gerät kaufte, sagen…

Eine funktionierende Speicherkarte ist die SanDisk Extreme Plus 64GB SDXC.

Witziges Detail: Der USB-Anschluss ist in die Trageschlaufe integriert. Das mal etwas anderes!
Witziges Detail: Der USB-Anschluss ist in die Trageschlaufe integriert. Das mal etwas anderes!

Bildqualität: 4K Camcorder zu einem guten Preis

Mit einem Preis von circa 750 € ist der 4K Camcorder natürlich nicht gerade billig. Aber für das, was er leistet, gut eingestuft. Der Bildstabilisator funktioniert so gut, dass man selbst im Zoom stabile Aufnahmen hinbekommt. Die Bildqualität füllt fast jeden Monitor und eignet sich hervorragend für dokumentatorische Anforderungen. Sogar für Vlogs ist der Camcorder geeignet. Der Fokus ist weicht, wenn auch etwas träge, und findet Gesichter zuverlässig.
Die Investition in eine schnelle Speicherkarte ist zu verkraften. Alles in allem eine tolle Leistung für den Preis mit geringen Abstrichen.

Fazit

Du filmst Dokumentationen? Du brauchst hochwertige Aufnahmen, und möchtest nicht in eine Spiegelkamera investieren? Dann ist der 4K Camcorder von Sony eine wirklich gute Wahl. Es ist eben doch ein Unterschied, ob man mit einer Kamera filmt, die eigentlich für Fotos gedacht ist, oder mit einem Camcorder, welcher für das Filmen konzipiert wurde.
Man kann jede Menge Zubehör anschließen und das Gerät damit an persönliche Bedürfnisse anpassen. Lediglich der kleinere Bildsensor und die nicht vorhandene Möglichkeit, Wechselobjektive zu verwenden sind Abstriche, die man beim Kauf eines solchen Geräts machen muss. Da das verbaute Objektiv allerdings durchaus gut und für den Normalgebrauch absolut ausreichend ist, bleiben Dir noch unendlich viele Möglichkeiten und Experimente, die du mit dem AX33 anstellen kannst.

Meiner Meinung nach ist der Camcorder ein wirklich gelungenes Gerät im Consumer-Bereich. Erschwinglich und vielseitig einsetzbar. Schau ihn Dir mal an, wenn Du Dokumentationen filmst oder einen Allrounder für den Alltag oder Urlaub brauchst. Durch das drehbare Display übrigens auch bestens für YouTuber geeignet.

Thorsten Giffey
Thorsten Giffey
  • Kauf dem Autor einen Kaffee :-)

Hallo, ich bin Fine-Art Fotograf aus Halle und schreibe für Clikr.de über die Themen Fotografie und Video.

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4 Antworten zu „4K Camcorder für unter 800 € – der Sony FDR-AX33 im Test

    1. Das Material kann einfach von der SD-Karte auf den PC übertragen werden. Oder mit dem USB-Anschluss in der Handschlaufe. lediglich das übertragen per WiFi an ein Handy oder Tablet funktioniert nicht.

  1. Wie steht es eigentlich um die manuelle Einstellbarkeit der ganzen Bildparameter? Bei vielen Sony-Geräten habe ich schon gelesen, dass das nur bedingt mit irgendwelchen Halbautomatiken möglich ist, aber keine 100%-ige Kontrolle. Wie ist es bei dem Gerät?

    Also konkret: Sind ISO, Shutter und Blende komplett unabhängig regelbar?

    1. Meiner Erfahrung nach sind diese Parameter unabhängig von einander einstellbar. Man hab überdies auch die Möglichkeit, Fokus und Weißabgleich festzulegen. Etwas fimschig zwar, aber im Menü möglich. Über den manuellen Ring am Objektiv können ebenfalls einzelne Parameter von Hand eingestellt werden und diese behalten auch ihre Einstellung, wenn man im Anschluss über den Ring eine andere Einstellung vornimmt. Also: Blende einstellen, neu belegen und dann Fokus einstellen. Kein Problem.
      Der Verschluss und die Blende können direkt über den Ring angesteuert werden. So auch die Belichtung. Es ist natürlich nicht wie bei einer DSLR.

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