7 Grafikdesigner Klischees

Ich stelle mir in bestimmten Situationen manchmal die Frage „Was würden Außerirdische denken, wenn sie dies gerade beobachten und es ihr erster Eindruck vom Menschen wäre?“ Eine Frage führt dann zur anderen und prompt steht der Gedanke im Raum, welchem Typ Grafikdesigner ein Alien bei einem ersten Kontakt potentiell gegenüber stehen könnte. Ausgiebige Scans haben die folgende sieben Grafikdesigner Klischees zum Vorschein gebracht.

Der „Geek“

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Als Fan alter Spielekonsolen und leidenschaftlicher Zocker von Games vergangener Tage, ist der Geek folglich ein Verfechter der Pixelgrafik. Das kommt ihm zu Gute, denn der anhaltende Trend zu Flat-Design und Minimalismus liegt ihm damit quasi im Blut. Er verfügt über die Gabe des „Hineinfuchsens“ – wie sonst schafft er es Super Mario World auf dem SNES in rund 10 Minuten durchzuspielen!? Somit birgt er viel Potential, was die Umsetzung seiner Designs ankurbelt. Der Geek trägt grundsätzlich T-Shirts mit selbstkreierten Motiven und verbringt den Großteil seiner Zeit auf Erden in seinem natürlichen Habitat – dem Keller.

 

Der „Hipster“

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Er hat sich gerade ein Macbook gekauft. Das ist gut, denn dadurch besitzt er es nun. Das weitere Kaufargument: nun kann er Sketch nutzen! Der Hipster erledigt alle seine Arbeiten mit Sketch, denn er hasst die Adobe Creative Cloud. Seine Werke entstehen meist unter Einfluss von spritzig gerührten Mocka-Chai-Soja-Frappo-Latte (extra-koffeiniert) bei Starbucks und resultieren in irrwitzigen Ergebnissen, wie das neue Logo von Instagram. Seine 2000 Dribbble Follower erfreuen sich regelmäßig an fiktiven Designs, die allesamt aussehen wie Airbnb, Uber oder Paypal. Als seine natürlichen Feinde gelten Zeitnot und die horrenden Mietpreise in Berlin-Mitte.

 

Der „(Überlebens-) Künstler“

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Der (Überlebens-) Künstler ist ein äußerst kreativer Kopf. Das merkt man direkt an seinen grafischen Ergüssen – digital als auch analog. Er malt, pinselt, bastelt und schwingt die Maus oder den Stylus Pen am PC. Auf seine eigene Art und Weise verleiht er seinen Kreationen das gewisse Etwas – seine Designs sind emotional. Außerdem ist er seiner Zeit voraus, denn er isst sein Knoppers schon um Neun. Jedoch plagt ihn der Umstand, dass die Kasse nicht stimmt. Chronisch pleite lautet die Diagnose nach eingehender Analyse und um ehrlich zu sein, kann das bei seiner vorhandenen anti-Kommerz-Einstellung auch nichts werden mit den Finanzen.

 

Der „Die One Man Agency“

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Laut den Aussagen auf seiner Homepage bietet er die einzig wahre, geschäftstüchtige Lösung für seine Kunden. Er ist zwar alleine, aber gibt sich als gestandene Werbeagentur aus – Full Service versteht sich. Leider bröckelt dieses Image bei näherer Betrachtung seiner eklatanten Rechtschreibschwäche, welche sich in allen seinen Texten offenbart. Aufgrund dieser Umstände ist er ständig auf der Suche nach Teammitgliedern in Form von Freelancern. Der Anzug sitzt im Übrigen nur perfekt, sofern genügend Gel in seinem Haupthaar verweilt. Sein größtes Problem ist er selbst.

 

Der „Gelernte“

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Er hat durchaus unter Beweis gestellt, dass er fleißig ist, denn schließlich hat er eine entsprechende Ausbildung erfolgreich absolviert. Als Gelernter verfügt das Individuum über das handwerkliche Know-how, tendiert bei der Ausübung der Tätigkeit jedoch eher zur Kategorie Beruf als zu Berufung. Es existieren aber auch Exemplare, denen man ein hohes Maß an Kreativität nicht absprechen kann. Durch die Ausbildung gebrandmarkt, hat der Gelernte häufig Schwierigkeiten bei seiner Positionierung innerhalb der modernen Szene. Dies ist der Grund, warum man ihn häufig auf den Fluren des Jobcenters antrifft.

 

Der „Photoshop Philip“

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Minderjährig. Spielereien mit Photoshop sind sein größtes Hobby. In der Grafikdesign Kategorie einer angesagten Forumgemeinde verdient sich der Photoshop Philip online seine credibility, indem er Signaturen und Clanlogos zusammenpfuscht. Sein exklusiver Freundeskreis im Real Life beschränkt sich lediglich auf ihn selbst und sein Tamagotchi. Seine Fähigkeiten sind in seiner World of Warcraft Gilde gern gesehen. Zuletzt entpuppt sich ein Photoshop Philip mit fortlaufender Entwicklung als wahres Genie: mit ein paar Euros schaltete er Facebookwerbung, wobei er günstige „Refugees Welcome“ Bannerdesigns anbot. Mit dieser Marketingstrategie besserte er sein Taschengeld mit Beginn der Flüchtlingskrise erheblich auf.

 

Der „Handwerker“

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Er packt die Dinge noch mit seinen Händen an. Was ihn antreibt ist eine Gier: die Erschaffung physischer Medien. Er bedient das Bedürfnis nach unternehmerischer Grundausstattung. Seinen hauseigenen Plotter versorgt er regelmäßig mit seinen Designs, die er mit einer veralteten Version von Corel Draw erstellt. Der Handwerker ist ein Mann der Arbeit. Seine Kunden sind ebenfalls Männer der Arbeit (z.B. Dönermänner). Egal ob Schilder, Shirts, Speise- oder Visitenkarten: die Verwendung von Comic Sans ist Grundprämisse. Rein menschlich zeichnen ihn Freundlichkeit und seine lächerlich günstigen Preise aus.

 

 

Felix Wihnaleck
Felix Wihnaleck
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Moin, ich bin Felix. Halle (Saale) dient als mein Ausgangspunkt zur Eroberung des Planeten. Ich habe mir meine Passion zum Beruf gemacht und gestalte mir, als freischaffender Grafikdesigner, das Universum nach meinem Belieben - dafür verwende ich Laser.

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