Gebrauchte Technik – So kaufst du nicht die Katze im Sack

Vor einigen Jahren musste ich mir notgedrungen ein neues Notebook zulegen. Pünktlich nach Ablauf der Gewährleistung trat die Grafikeinheit meines Toshiba-Notebooks den Weg in die ewigen Jagdgründe an. Ich entschied mich für ein gebrauchtes Notebook von einem An- und Verkauf für Hardware in meiner Heimatstadt. An sich lief mein neues Gebrauchtes (dieses Mal ein Asus) sehr gut – jedoch hat sich der Kauf als Fehlentscheidung entpuppt. Warum erkläre ich dir in diesem kleinen Artikel mit Dingen, die du beachten solltest, wenn du gebrauchte Technik kaufst.

Was ist grundsätzlich wichtig?

Die Kleinanzeigenportale sind voll mit gebrauchter Technik. Vom neuesten iPhone bis zum Gaming-PC findet sich alles, was das Herz begehrt. Die niedrigen Preise verleiten dazu die Katze im Sack zu kaufen. Gebrauchte Gegenstände solltest du jedoch IMMER (also wirklich IMMER, IMMER, IMMER!) auf ihre Qualität überprüfen. Der größte Fehler bei meinem Notebook-Kauf war, dass ich nicht getestet habe, ob die Webcam funktioniert. Sie tat es zwar, jedoch wurde sie bei der Produktion falsch herum verklebt. Das Resultat: Beim Skypen war ich verkehrt herum zu sehen. Zwar irgendwie witzig und zum Glück ein Manko, das sich mit Software beheben lies, jedoch trotzdem nicht unbedingt toll…

Gebrauchte Hardware solltest du also besser prüfen. Finde ein Angebot aus deiner Nähe und begutachte das Produkt. Auf Versand solltest du bei Privatverkäufen eigentlich immer verzichten, es sei denn du kannst dich irgendwie absichern.

Der Preis von gebrauchter Hardware

Ein Phänomen, das vor allem bei Shpock und Ebay Kleinanzeigen zu beobachten ist, ist der überteuerte Verkauf von alter Technik. Du solltest immer Vergleichen! Wie teuer ist das Produkt zur Zeit, wenn man es neu bestellt? Wie viel kostet es bei Anbietern, die professionell Hardware aufkaufen, warten und wieder verkaufen? Wenn sich die Preise im Vergleich wenig unterscheiden, bestell das Produkt lieber bei einem Anbieter mit Käuferschutz, Garantie und Rückgaberecht.

Wie ist der Zustand der gebrauchten Technik?

Einige grundsätzliche Dinge kannst du sehr einfach testen und es auch unbedingt tun. Sie liefern dir einen guten Gesamteindruck vom Gerät.

Funktionieren die Anschlüsse?
Nimm dir einen USB-Stick, eine SD-Karte und Kopfhörer mit zum Begutachten des Gerätes. Egal ob Smartphone, Tablet oder Computer – vergewissere dich, dass die Anschlüsse einwandfrei funktionieren! Wackel mit dem Kopfhörer-Stecker ein wenig am Klinkenanschluss, um dich zu vergewissern, dass der Kontakt hergestellt wird.

Funktionieren die Laufwerke?
Ja gut … eine Floppy-Disk musst du nun nicht mitnehmen, aber wenn du einen Computer mit DVD- oder BlueRay-Laufwerk kaufen willst, nimm einen Datenträger mit, um zu testen, ob alles klappt. Gerade Laufwerke für die einzelnen Notebook-Modelle sind mitunter recht kostspielig oder gar nicht mehr zu haben!

Wie steht es um das „Innenleben“?
Schau dir die Schrauben des Gerätes an. Wurde es schon mal geöffnet und repariert oder wurden Teile entfernt? Schalte das Gerät an und überprüfe die Eigenschaften des Gerätes. Manchmal ist weniger Speicher verbaut, als versprochen. Bei Smartphones, die mit Rest-Garantie verkauft werden solltest du außerdem überprüfen, ob das originale Betriebssystem installiert ist. Durch Roots, Mods und Jailbreaks hast du mitunter keine Garantieansprüche mehr.
Das Einschalten des Geräts ist übrigens nicht möglich, wenn du das Smartphone von Buxtehude liefern lässt. Deswegen: Nie die Katze im DHL-Packet liefern lassen … oder so ähnlich.

Nicht nur der Zustand des Gerätes spielt eine Rolle

Du hast das Gerät überprüft und alles funktioniert. Jetzt solltest du aber noch einige Dinge abchecken, bevor du dein Geld investierst. Frage nach Originalverpackung des Produkts, nach den Zubehörteilen und der Gebrauchsanweisung. Sollten diese Dinge nicht vorliegen, kann es sich um ein geklautes Gerät handeln!

Typische Indizien dafür sind

  • der Verkäufer kennt die Passwörter nicht, um das Gerät zu entsperren
  • es liegt kein Ladekabel/Netzteil bei
  • OVP, Gebrauchsanweisung und Zubehör fehlt
  • es existiert keine Quittung

Sollte ein Hinweis darauf vorliegen, dass das Gerät unrechtmäßig im Besitz des Verkäufers ist, lass den Deal platzen!

Nach dem Kauf ist nicht vor dem Kauf

Ok. Alles lief glatt, du hast ein schickes Produkt vor dir liegen und willst es gleich benutzen. Doch falls der Verkäufer es noch nicht getan hat, setzte das Gerät zurück. Ob nun Viren, Würmer oder Trojaner, Sicherheitslücken oder raubkopierte Daten -du solltest auf Nummer sicher gehen und lieber von vorn anfangen ;-)


Du hast auch schon Fehler gemacht oder weißt worauf man noch achten sollte? Hinterlass einfach einen Kommentar und wir erweitern den kleinen Guide zum Kauf von gebrauchter Technik!

Richard Karsten
Richard Karsten
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Moin! Ich bin Richard, VWL-Student in Halle, Gründer von webdasein und clikr. Ich mag schicke Weboberflächen, Pixel, noch mehr Pixel und SCSS.

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2 Antworten zu „Gebrauchte Technik – So kaufst du nicht die Katze im Sack

  1. Schöner Artikel! Habe selbst eine negative Erfahrung gemacht mit Gebrauchtkauf. Günstiger, funktionierender Laptop bei Ebay mit Verweis auf gelegentliche Bluescreens. War wirklich günstig, aber hat sich herausgestellt, dass wohl ein Hardwaredefekt vorliegt. Nach Formatierung ist der Windoof Installer immer abgestürzt etc. nix geht mehr. Lehre daraus: vor Kauf versuchen zu erörtern, was den Bluescreen verursacht, ob es evtl nur treiberbedingt ist oder so. Diesen Umstand als Verhandlungsargument beim Feilschen anbringen oder derartige Angebote von vornherein ignorieren.

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